Die Geschichte des FC Tarrenz

 

Seit dem ersten Training einer Tarrenzer Fußballmannschaft 1975 erlebte der FC Tarrenz bereits einige Höhen und Tiefen – vom ersten Meistertitel 1983 bis zu der nahezu Auflösung im Jahr 2001. Lesen Sie hier über unvergessliche Siege und bereits wieder vergessene Niederlagen in der jungen, aber umso bewegteren Geschichte des Vereins! Der FCT bedankt sich hierbei bei seinem Fußball-Chronisten Kurt Lung.

1970 – 1975 Der Anfang

 

Bis 1970 war der Lenzenanger nichts weiter als eine “Almwiese mit Toren” und wurde hauptsächlich als Ausflugsziel für Schulklassen und für Fußballspiele der Betriebsmannschaft der Fa. Starkenberg genutzt.
Am 18.9.1970 wurden anlässlich einer Ausschusssitzung der TSU Tarrenz die Umbauarbeiten an die Fa. STUAG vergeben, worauf der Platz im Jahr 1973 in der bis in das Jahr 2000 bestehenden Form errichtet wurde.
Am 5.12.1971 erfolgte die Wahl von Norbert Waibl zum “Sektionsleiter” (Eine Sektion Fußball bestand zum damaligen Zeitpunkt offiziell noch nicht). Während der Bauphase entwickelte sich die der Sportplatz der Schule (“Egerte”) zum Treffpunkt der Tarreter Fußballer. Ab 9.11.1974 leitete Elmar Plank die Geschicke des Tarreter Fußballs; Er war es auch, der nach dem Aufstellen der Tore im Mai 1975 durch seinen Bruder Erwin am 25. Mai alle Interessierten zum ersten Training am Lenzenanger einlud. Als Umkleideraum diente damals nur die kleine Lenzenangerhütte. Eine eigene Kabine existierte natürlich nicht, geschweige denn eine Möglichkeit zum Duschen.


1. Spiel am 10. Juli 1975

Nach mehreren wöchentlichen Trainingseinheiten trat am 10.Juli 1975 zum ersten mal eine Tarreter Fußballmannschaft zu einem Spiel an. Gegner war die Betriebsmannschaft der Bezirkshauptmannschaft Imst. Die TSU Tarrenz bestritt dieses erste Spiel in folgender Aufstellung:

Richard Egger Willi Kiechl Paul Unsinn, Kurt Lung, Elmar Plank Willi Reich, Max Berghammer, Toni Kurz Hermann Ruetz Peter Reich, Werner Doblander

Das Spiel endete mit einem 5:2 Sieg der Tarreter, die Tore erzielten Hermann Ruetz (3) und Peter Reich (1), ein Tor fügte sich der Gegner selbst zu. Beflügelt durch diesen Sieg absolvierte die Mannschaft im Jahr 1975 noch 5 weitere Spiele, wovon nur ein einziges verloren ging. Das Interesse am Fußballsport stieg ständig an und so kamen 1975 neben den obgenannten noch folgende Spieler zum Einsatz: Berghammer Kurt, Köll Karl, Neuner Rudi, Plank Wolfgang, Riedl Elmar, Santer Hansjörg Neben den Aktiven und Trainingsleitern setzte sich besonders der damalige Obmann der Turn- und Sportunion Tarrenz Ludwig Zoller für den Aufbau der Sektion Fußball ein. Sein Auftreten bei den Spielen (Anzug, alter Mercedes) brachte ihm gleich (noch lange vor einem gewissen Hannes Kartnig) den Titel “der Präsident” ein.

 

 st.v.l.: Erich Auderer (Obmann), Elmar Riedl, Kurt Hechenblaickner, Paul Unsinn, Mathias Rauch, Manfred Kofler, Kurt Lung, Hermann Ruetz, Ewald Egger, Günther Nothdurfter (Trainer) kniend..v.l.: Wolfgang Egger, Günther Lanbach, Thomas Juen, Richard Egger, Reinhard Juen, Wolfgang Plank, Peter Reich

1976 – 1980

Meister der Union Liga Oberland 1976/77

Nach mehreren Spielen gegen Betriebs- und Hobbymannschaften nimmt die TSU Tarrenz im Spieljahr 1976/77 mit der Kampf- und einer Schülermannschaft an der Meisterschaft der Unionliga Oberland teil. 8 Spiele – 8 Siege, Torverhältnis 37:8, lautet die eindrucksvolle Bilanz gegen Arzl, Imsterberg, Sautens und Sölden, wobei die Spiele gegen Arzl und Imsterberg am Sportplatz in der Imsterau mehrere hundert Schlachtenbummler besuchen. Die Toptorjäger in dieser Meisterschaft sind Peter Reich (11 Tore) und Kurt Lung (7). In der Schülermannschaft agieren bereits spätere Leistungsträger wie Reinhard und Thomas Juen oder Matthias Rauch. Elmar Plank tritt als Sektionsleiter zurück.

Gründung der Sektion

Am 27.2.1977 wird die Sektion Fußball nunmehr offiziell gegründet und Willi Kiechl zum Sektionsleiter bestellt. Erweiterung des Kabinentraktes Um an der Meisterschaft des Tiroler Fußballverbandes teilnehmen zu können, wird nach mehreren Anläufen von der Gemeinde Tarrenz der Zubau einer Kabine mit Duschmöglichkeit genehmigt. Diese Kabine wird übrigens heute immer noch als Gästekabine benutzt. Erstmalige Teilnahme an der Meisterschaft des TFV 1. Meisterschaftsspiel am 28. August 1977 Nachdem sich die Mannschaft erfolgreich am Oberlandcup beteiligt, bestreitet sie am 28. August 1977 das erste offizielle Meisterschaftsspiel (Trainer: Herbert Leiter) in Elbigenalp (2:3) in folgender Aufstellung:

Unsinn Dietmar Lung Kurt Unsinn Paul Riedl Elmar Egger Ewald Reich Willi Thurner Harald Zoller Helmut Fürrutter Herbert Reich Peter
Berghammer Max (Neuner Rudi)

In den Jahren bis 1982 findet ein Obmannwechsel statt ( Erich Auderer ab 1979), der Verein verbraucht einige Trainer, platziert sich zwar immer im ersten Drittel der Meisterschaft, richtig sorgt er aber nur einmal für Schlagzeilen….

„Watschenplattler“ für den Schiedsrichter- Beim Spiel gegen Schönwies am 10.9.1978 rastet Torhüter Richard Egger nach einigen Provokationen von Schiedsrichter Schönherr (Nassereith) aus und treibt diesen mit Fußtritten über das ganze Spielfeld.

Fazit: Spielabbruch, Strafverifizierung 0:2, Egger wird für 3 Jahre gesperrt, aber nach 2 Jahren pardoniert!

Erster Meistertitel für die TSU Tarrenz 1982/83
Nachdem man in der Saison 1981/82 unter Spielertrainer Richard Egger am Aufstieg gescheitert war übernimmt der Nassereither „Fußballprofessor“ Günther Nothdurfter die Tarrenzer Kampfmannschaft.
Die nur aus Tarrenzern gebildete Mannschaft verlässt in 18 Spielen nur einmal als Verlierer den Platz – das legendäre Pleiten, Pech und Pannenspiel in Arzl -> 2:7 – und gewinnt überlegen die Meisterschaft der 2. Klasse West.
Torjäger Mathias Rauch erzielt 37 Tore und trägt damit viel zum erstmaligen Aufstieg bei.

Vizemeistertitel 1983/84
Im ersten Jahr in der 1. Klasse West steigert sich die Mannschaft weiter und liefert sich mit der Union Innsbruck bis zur vorletzten Runde ein Kopf an Kopf Rennen um den Meistertitel, welches schließlich mit 3 Punkten Vorsprung an die Innsbrucker geht. Mit 44 Treffern wird Mathias Rauch wieder Liga – Torschützenkönig, verlässt anschließend den Verein und sorgt auch beim SC Imst in der Regionalliga für Furore.

obere Reihe: Meinrad Gebauer, Jürgen Auprich, Günther Lanbach, Kurt Lung, Florian Grüner, Herwig Köll, Paul Unsinn, Peter Reich; untere Reihe: Michael Krißmer, Wolfgang Egger, Martin Auprich, Jens Kiechl, Walter Mayr, Karlheinz Egger, Thomas Juen, Walter Kiechl, Guido Walch auf dem Bild fehlen: Helmar Lanbach, Karlheinz Monz, Hannes Schmid

 

1985 – 1990

 

  Trainerlegende Günther Nothdurfter

Trainer Nothdurfter bleibt noch bis 1987 bei der TSU Tarrenz (Plätze 5,11 und 7). In Erinnerung bleiben seine kollegiale Art – Spielerbesprechungen oft bis in die frühen Morgenstunden – und die vielen „Trainingslager“ am Gardasee. Dort feierte er auch als Torhüter einer Mannschaft mit den Spielern T. Juen, Reich und Lung einen überraschenden Turniersieg, der angesichts der zuvor konsumierten Menge Wein heutzutage wohl zu einem Dopingskandal führen würde.

 Wechsel an der Vereinsspitze 

Ab dem Frühjahr 1983 übernehmen Rolf Marke (Obmann) und Josef Dieter Hechenblaickner (Sektionsleiter) die Geschicke im Verein. In ihre Funktionsperiode fallen der Zubau zum Kabinentrakt, die Umzäunung und Sanierung des Rasenplatzes, die Errichtung einer Flutlichtanlage und die Durchführung des 1. Pfingstturnieres. Diese Investitionen und Veranstaltungen prägen den Tarreter Fußball bis in die späten 90er Jahre.

 

Erster sportlicher Tiefpunkt 1988 und 1989

In der Saison 1987/88 steigt die TSU Tarrenz unter Trainer Pepi Papst als Vorletzter erstmals wieder in die 2. Klasse West ab und wird in der darauf folgenden Saison dort auch nur Vorletzter. Dafür erlebte „Heidis Pub“ eine merkliche Umsatzsteigerung, aber das ist eine andere Geschichte.

Wiederaufstieg unter Spielertrainer Meinrad Gebauer

In der Sommersaison 1989 übernimmt der Naviser Meinrad Gebauer (verheiratet mit der Tarreter Schiedsrichterin Bernadette Rauch) die Mannschaft. An seiner Klasse richten sich die vorher so enttäuschend agierenden Spieler wieder auf und starten einen neuen Höhenflug. Souverän erringt die Mannschaft den Meistertitel und steigt auch erstmals in das Achtelfinale des Tiroler Cups auf.